Schreibtischschubladenfundstück #1

Langweilig wird es mit dem Donald nie.
Fotocredit: "Donald Trump" by Gage Skidmore is licensed under CC BY-SA 2.0

Angesichts der momentanen Lage in den USA kam mir eine kurze Glosse in den Sinn, die ich vor ein paar Jahren verfasst habe – allerdings umsonst, da sie aus terminlichen Gründen nie erschienen ist. Der Anlass war, wie dem einleitenden Absatz wohl zu entnehmen ist, die jährliche Umfrage, was den Deutschen am meisten Angst bereite. Donald Trumps derzeitiger Spagat zwischen dem völligen Ausbleiben adäquater Reaktionen (COVID-19) und einer geradezu faschistoiden Massenmobilisierung hin zum autoritären Polizeistaat (#BlackLivesMatter) war mir Grund genug, den alten Text hervorzukramen und endlich zu veröffentlichen.


Das Recht des Stärkeren

Die Deutschen haben Angst vor Donald Trump. Laut einer Studie fürchten sich 69 Prozent der Bundesbürger*innen vor dem mächtigsten Mann der Welt. Verbreitete Terrorismus im vergangenen Jahr noch bei 71 Prozent der Befragten Angst und Schrecken, muss dieser sich aktuell mit Platz fünf begnügen.

Die Angst vor Trump ist begründet: Der 72-Jährige misst 1,90 Meter und bringt mehr als 100 Kilogramm auf die Waage. Er und sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron verbissen sich minutenlang ineinander, als sie gemeinsam vor den Kameras posierten und jeweils die Hand des Anderen zu zerquetschen versuchten. Ihr Verhältnis gilt wohlgemerkt als vergleichsweise freundschaftlich. Wie es wohl Trumps Feinden ergeht, wenn er sie in die Finger bekommt?

Dem ehemaligen Vizepräsidenten (und aktuellen demokratischen Herausforderer) Joe Biden hat er es unverhohlen angedroht: Er würde ihn "schnell und hart" auf die Bretter schicken und ihn zum Weinen bringen, twitterte Trump in gewohnter Manie(r). Biden hatte zuvor behauptet, dass er Trump zu Schulzeiten hätte verprügeln können. Anlass dafür war das Interview, in dem Trump mit seiner berüchtigten Äußerung "Grab 'em by the Pussy" erläuterte, wie er ungestraft Frauen bedrängen könne – neben der erschreckenden Frauenfeindlichkeit ebenfalls ein Zeichen von Kraftmeierei und geradezu überbordendem Selbstbewusstsein.

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